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Franka: Ein FSJ an der Gedenkstätte Buchenwald - Abschiede und was davon bleibt   Der Goetheplatz, der Goethepark, der Wielandplatz, die Schillerstraße, die Herderkirche, der Goethebrunnen. Die Liste geht noch lange weiter. Viele der Straßen, Parks, Plätze, Gebäude und Denkmäler in Weimar haben einen engen Bezug zur Zeit der Klassik, sind nach ihren Helden und größten Denkern benannt. Um Goethe und Schiller kommt man in Weimar einfach nicht herum.    Aber nicht nur die beiden Klassiker leihen ihre Namen zahlreichen Orten und haben in der Stadt ihre Spuren hinterlassen. Auch Buchenwald-Bezüge findet man in ganz Weimar. Die Namen der Menschen, deren Leben vom Konzentrationslager geprägt wurden oder sogar dort endeten, sind in der Stadt präsent.   So laufe ich jeden Morgen die Rudolf-Breitscheid-Straße entlang. Rudolf Breitscheid war ein sozialdemokratischer Politiker, der als „Sonderhäftling“ nach Buchenwald kam und dort beim Luftangriff auf das Lager 1944 starb. Nur...
Sophia: Mein Jahr Buchenwald. Ein Jahr Buchenwald. Ein Jahr Historie. Ein Jahr zahlreicher Erfahrungen, Ereignisse. Ein Jahr des Lernens. Und ein Jahr des Erkennens. Stéphane Hessel, ehemaliger Häftling im KZ Buchenwald, sagte einmal: „Es gibt kulturelle Unterschiede, aber keine zivilisatorischen. Wenn wir in Gesellschaften leben, dann bedeutet es, dass jedes Individuum dieselben fundamentalen Rechte hat. Sie bedeuten zugleich, dass man miteinander leben kann, dass man sich gegenseitig respektiert, dass man Verantwortung für den anderen hat – das ist Zivilisation.“ – Ein Zitat, das mir im Kopf geblieben ist, das ich angesichts seines Kontextes sehr bezeichnend für die Erfahrungen des Wortschöpfers finde. Mit diesen Worten begann ich meinen ersten eigenen Artikel für diesen Blog. Ich finde den Vergleich spannend – meine Sicht zu Beginn des Freiwilligenjahres und nun zu Ende desselben. Das Zitat Stéphane Hessels hat mich tatsächlich seit jeher begleitet. In einigen meiner Texte...
Zu schnell, zu leicht und paradox – Unser vergessendes Gedenken   Nie wieder. Nie wieder – was? Nie wieder – wer? „Nie wieder“ ist der Kopf der deutschen Erinnerungskultur, der Sprecher für das kollektive Gedenken. „Nie wieder“ erzählt uns viel von der Vergangenheit und will uns belehren. An jeder Ecke des Gedenkens und Erinnerns hört man es rufen – mal leise, mal laut. „Nie wieder“ sagt uns, dass die Vergangenheit schrecklich war und die Zukunft keinen Platz für eine Renaissance bieten darf. „Nie wieder“ ist vor allem aber zu einem Narrativ geworden, das fast floskelhaft – man möchte meinen vorschriftsmäßig – an unser Gedenken angehangen wird. „Nie wieder“ lässt sich schnell sagen, geht leicht von den Lippen und drückt ja an sich auch eine wichtige Botschaft aus: Nie wieder zulassen, dass ein Ereignis wie die Machtübernahme der Nazis und die darauffolgenden zwölf Schreckensjahre Wiederholung finden, denn daran haben wir gesehen, wie schnell eine scheinbar gut abgesiche...